Kunst vom anderen Stern

Warum Daniela Ullrich auch auf den Namen Andrea Stern hört.


Nach meiner Schulzeit absolvierte ich eine Ausbildung zur Elektroinstallateurin. Ich reparierte Haushaltsgeräte und verbrachte einige Zeit auf Baustellen nur unter Männern. Eine Frau auf dem Bau (!) – das war damals noch eine Besonderheit. So außergewöhnlich, dass manche Kunden mich nicht ins Haus ließen; sie glaubten, dass eine Frau diese Arbeit nicht leisten könne. Ich arbeitete noch ein paar Jahre in diesem Beruf, bevor ich anschließend die Ausbildung zur Reiseverkehrskauffrau absolvierte, da ich meinen ersten Beruf nicht weiter ausführen konnte.


In dieser Branche verbrachte ich dann ein paar Jahre. Während der Ausbildung stellte ich fest, dass mir auch das so nicht genügt und ich noch mehr aus meinem Leben machen möchte. So begann ich neben der Ausbildung mit dem externen Abitur. Eigentlich war es mein Bestreben, Kunst zu studieren, das hatte ich bereits an der Fachoberschule versucht. Aber auch hier lief es nicht so, wie ich es mir erwünscht hatte.


Kunst, das war mein Antrieb, abends neben der Ausbildung noch in die Schule zu gehen und zwei Jahre damit zu verbringen, nur noch zu arbeiten, abends und an den Wochenenden die Schule zu besuchen und meine Freizeit dem Lernen zu opfern. Das Externen Abitur bedeutete, sich ohne Vornoten, mit den „normalen“ Abiturienten, in alle acht Prüfungen zu setzen und am normalen Abitur teilzunehmen. Und die Noten, die man dort erzielte, waren dann das Ergebnis, also das Abitur.


Zu Beginn des Kurses starteten wir mit vierzig Personen und am Ende des Kurses gingen schließlich nur noch zehn zur Prüfung. Ich war so glücklich, eine von denen zu sein, die dann auch noch bestanden hatten und das auch noch sehr gut.


Nun setzte ich alles daran Kunst zu studieren, ich bereitete mich und meine Mappen vor und war damit auch erfolgreich, so dass ich zur Prüfung zugelassen wurde. Leider gab es dann Probleme, die dazu führten, dass ich nicht Kunst studierte. Und dann hatte ich auch schon die Altersgrenze für die Zulassung überschritten. Da das nun mein dritter Versuch war, Kunst zu studieren und mir immer wieder alle sagten, dass das sowieso ein brotloses Gewerbe sei, dachte ich mir: „Es soll wohl nicht sein“. Und so beschloss ich Betriebswirtschaft an der Universität Bayreuth zu studieren. Reiseverkehrskauffrau war ja auch eine kaufmännische Ausbildung und diese war mir leicht gefallen. Mit knapp dreißig Jahren startete ich mein Studium. Mein Augenmerk legte ich auf die folgenden Fächer: Marketing, Dienstleistungsmanagement, Controlling und Wirtschaftsinformatik. Marketing sollte mir noch irgendwie den Weg zur Kunst freihalten, Dienstleistungsmanagement war die Folge aus der Ausbildung zur Reiseverkehrskauffrau, Controlling wählte ich, weil mir die Thematik einfach gefiel und Wirtschaftsinformatik war der Erhalt meiner technischen Fähigkeiten und Kenntnisse. Zumindest war das meine Überlegung vorab.


Um einen Teil des Studiums zu finanzieren, musste ich allerdings auch noch nebenbei arbeiten. Das Studium war eine schöne Zeit, denn ich lerne sehr gerne Neues, auch heute noch. Aufgrund des Studiums und der Tatsache, dass ich Japanisch an der Uni lernte erhielt ich die Möglichkeit z.B. einige Monate in Tokyo oder Manila zu verbringen. Alles war immer mit viel Arbeit, viel Lernen, wenig Geld und viel Zeiteinsatz verbunden, aber ich liebte es.


Nach dem Studium arbeite ich noch eine Weile an verschiedenen Orten und Firmen im Controlling, bis hin zur Leitung Finanzen und Controlling. Die Kunst hatte ich zur Seite gelegt. In meiner Freizeit lag mein Interesse verstärkt auf dem Sport, welcher mich ebenso wie die Kunst schon mein Leben lang begleitete. Triathlon und Thaiboxen waren meine Leidenschaft, ich investierte viele Jahre, viel Begeisterung und viel Zeit. Ich liebte es, an meine Grenzen zu gehen und Wettkämpfe zu absolvieren. So vergingen Jahre, bis ich merkte, dass auch Controlling auf Dauer nicht das ist, was ich für den Rest meines Lebens machen möchte.


Neben meiner Tätigkeit als Leitung Finanzen und Controlling begann ich eine zweijährige Ausbildung zur Personaltrainerin. Da mich der Sport als aktive Sportlerin begeisterte, wollte ich meine praktische Erfahrung nun auch theoretisch besser untermauern. Nicht, dass ich mich damit nicht schon selbst beschäftigt hätte.


Also drückte ich wieder die Schulbank. Wieder lernen, wieder Abschlussarbeiten schreiben und Prüfungen bestehen. Im Rahmen dieser Ausbildung stellte ich fest, dass mir auch das nicht genügte, dass ich noch mehr wissen und verstehen möchte, dass ich mich mehr mit dem Menschen und seiner Gesundheit auskennen möchte. Und aus verschieden Gründen heraus beschloss ich in einem Alter, in dem andere Anfangen die Arbeitsstunden zu reduzieren und sich zu überlegen, was sie später in der Rente machen möchten, noch einmal von vorne zu beginnen. Ich meldete mich zur Vollzeitschule für den Heilpraktiker an. Vormittags absolvierte ich den Heilpraktiker, abends den Heilpraktiker für Psychotherapie und an den Wochenenden den Sportheilpraktiker. Ja, und dann belegte ich auch noch alle möglichen Zusatzausbildungen wie z.B. Hypnose, Massage usw., die sich in mein Portfolio integrieren ließen.


In den Jahren vor und während der Heilpraktiker‐Ausbildung machte ich auch immer wieder als Hobbymodel Fotoshootings und dabei lernte ich ein anderes Model kennen, welches viel mit Bodypaintern zusammenarbeitete. Sie wurde eine gute Freundin und besuchte mich eines Tages in meiner Wohnung. Dort hingen einige Bilder, die ich selbst gemalt und gezeichnet hatte. Sie fragte mich daraufhin, ob ich nicht Bodypainting machen wolle. Ich sträubte mich fast ein Jahr lang, da ich die Vorstellung schrecklich fand, dass ich stundenlang an einem Bild male und dann geht das Model duschen und die Farbe, meine Arbeit, meine Leidenschaft und meine Kreativität wird mit dem Wasser einfach in den Abfluss gespült. Aber sie schaffte es mich zu überzeugen. Denn sie selbst würde sich als Model zur Verfügung stellen und einen Fotografen hätte sie auch schon und ich solle es doch unbedingt ausprobieren.


Also ließ ich mich überzeugen und mein erstes Bodypainting entstand. Zum Test noch mit ganz normaler Wasserfarbe aus dem Malkasten. Als ich das Bild auf Facebook veröffentlichte glaubte mir niemand, dass das mein erstes Bodypainting sei. Und irgendwie hatte es mir doch auch Spaß bereitet. Also gab es einige Zeit später ein weiteres Painting. Aber es war und blieb ein Hobby, denn die Kunst als Beruf hatte ich abgeschrieben.


Mein Ziel war es nun, mich im Gesundheits‐ und Sportbereich selbständig zu machen. Dieses Ziel verfolgte ich auch mit großer Hingabe. Zielstrebig eröffnete ich meine Selbständigkeit unter dem Namen DUitnow. (www.DUitnow.de) DU sind meine Initialen ‐ Daniela Ullrich. Ich ging diesen Weg trotz einiger Widrigkeiten, die dazu führten, dass ich entgegen jeglicher Vernunft, jedem betriebswirtschaftlichen Wissen und jeglicher vorausgegangener Planung ohne Eigenkapital in die Selbständigkeit ging.


Ich arbeite seitdem als Personaltrainerin, Heilpraktikerin, Massagetherapeutin usw. Alles rund um den Sport, Bewegung und den Bewegungsapparat ist mein Einsatzgebiet. Ich betreue Sportler ‐ präventiv, zur Leistungssteigerung oder nach Verletzungen. Sporthypnose und Sportpsychologie sind Felder, die ich ebenfalls hochinteressant finde und sehr gerne einsetze. Aber ich setze die Bewegung auch bei Menschen ein, die bisher keinen Sport betrieben haben, um bestimmten Krankheiten entgegen zu wirken. Im betriebswirtschaftlichen Bereich, berate ich Menschen aus dem Gesundheitsbereich, die ebenfalls den Weg in die Selbständigkeit wagen möchten.


Irgendwie hat dann die Kunst aber trotzdem ihren Weg zurück in mein Leben gefunden. Nach einigen kleinen Gemäldeausstellungen in meinen jungen Jahren passierte eine Zeit lang nichts, da ich es nicht weiterverfolgte. Mit Beginn des Bodypaintings rückte ich mehr und mehr in den Blick der Öffentlichkeit, indem ich meine Werke in den sozialen Netzwerken und auf meiner eigenen Website www.Kunst‐vom‐anderen‐Stern.de präsentierte. Bis zu diesem Augenblick ließ ich meine Bodypaintings von anderen Fotografen fotografieren. Aufgrund einer Anfrage einer ausländischen Online‐Kunstzeitschrift, in der ich mich und meine Kunst in einem Interview präsentieren durfte, inklusive Bilder, gab es Komplikationen mit den Fotografen meiner Bodypaintings um die Urheberrechte der Bilder. Um dies in Zukunft zu vermeiden, beschloss ich nun das Fotografieren auch noch zu erlernen, um meine Bodypaintings selbst zu fotografieren, sie so wie ich es möchte in Szene zu setzen, und ohne Streitigkeiten um Urheber‐ und Nutzungsrechte arbeiten zu können. Wieder viel lernen, lesen, experimentieren und viel Zeiteinsatz.


Da sich die Fotografie und das Bodypainting besser entwickelte, als ich erhofft hatte, ging ich nun zusätzlich noch mit der Kunst in die Selbständigkeit. Als Model hieß ich „Vom‐anderen‐Stern“ bzw. Andrea. Und so wurde daraus „Kunst‐vom‐anderen‐Stern“ und mein Künstlername Andrea Stern.


Als Andrea Stern male ich alles an, was sich anmalen lässt. Menschen, Hauswände, Bekleidung, Schuhe, klassische Leinwände und vieles mehr. Bodypainting hat sich inzwischen zu einer Leidenschaft bei mir entwickelt. Auftragsarbeiten mischen sich mit eigenen kreativen Projekten. Auftragsarbeiten sind z.B. Bodypaintings für Firmen auf Messen, die sich, ihre Produkte, ihr Logo oder ihre Ideen präsentieren möchten. Für einen großen Pharmakonzern in Nürnberg painte ich für Präsentationen „Krankheitsbilder“. Hierbei lässt sich wunderbar das Wissen als Heilpraktiker mit der Kunst des Bodypaintings kombinieren. Dies gilt auch für Sportveranstaltungen, bei denen zum Beispiel Muskulatur, Skelett oder Bestandteile des Bewegungsapparates gepaintet werden und dann sportlich in Szene gesetzt werden. Die Einsatzgebiete des Bodypaintings sind zahlreich, so zum Beispiel auch für Musikvideos, Buchcovers, Live‐Paintings bei Veranstaltungen jeglicher Art.



Im Sommer 2017 startete ich ein eigenes Projekt im Tiergarten Nürnberg, bei dem ich Menschen bei Live‐Paintings, an zwölf Tagen durch Bodypainting in Tiere verwandelte. Dabei war es mir wichtig, nur mit Farbe und dem Einsatz des menschlichen Körpers die Verwandlung zu vollziehen. Ich paintete die Tiere nicht auf den Körper der Menschen, sondern die Menschen wurden zu den Tieren. Aus diesem Projekt entstand mithilfe eines Crowdfoundings auf Startnext ein Kalender für 2019.


Kürzlich startete ich ein neues Bodypaintingprojekt in Nürnberg. An fünfzehn Tagen lasse ich Menschen an Sehenswürdigkeiten, in Museen und an schönen Plätzen Nürnbergs in den Hintergrund durch Camouflagetechnik verschwinden und/oder ganz besonders hervorheben.


Das Projekt begann am 06.07.2019 im alten Straßenbahndepot St. Peters in Nürnberg. Die letzte Aktion wird am 03.11.2019 im Verkehrsmuseum Nürnberg sein. Diesmal werden es keine Tiere werden, aber an jedem Ort gilt es dessen Besonderheit und Schönheit in Szene zu setzen. Jedes einzelne Painting und jedes Foto wird seinen eigenen Stil und seine eigene Technik aufweisen.


Die Vorbereitung für dieses Projekt bedeutete diesmal einen wesentlich höheren organisatorischen Aufwand als bei dem Tiergartenprojekt, da jedes Painting an einer anderen Location stattfindet. So musste jede Location einzeln angesprochen bzw. angeworben werden und schließlich alle Locations koordiniert und städtische Genehmigungen eingeholt werden. Modelle müssen organisiert und auch terminlich koordiniert werden, Farben und Material eingekauft und die Ideen noch verfeinert und im Detail skizziert werden. Ein Painting dauert in der Regel einen ganzen Tag und anschließend müssen die Modelle noch genügend Geduld für das Fotoshooting aufbringen. Diesmal wird das Foto oftmals nur genau aus einer Position funktionieren, da das Model mit dem Hintergrund eins werden soll.


Auch diesmal wird es dann ab Mitte August wieder ein Crowdfounding auf Startnext (https://www.startnext.com/bodypaintpkalender2020) für diesen Kalender geben, damit er in Druck gehen kann. Ich freue mich hierbei über jede Unterstützung.


Auf meiner Website unter Kunst‐vom‐anderen‐Stern.de befinden sich in Zukunft alle weiteren Informationen zu dem Projekt, zu dem Crowdfounding, den Terminen und wann ich wo live painten werde.


Natürlich freue ich mich auch diesmal wieder auf zahlreiche Zuschauer.


Im privaten Bereich liegt der Schwerpunkt der Nachfrage auf Bellypaintings (Bemalung von Schwangerschaftsbäuchen), Hochzeitspaintings oder Ganzkörperpaintings. Alle Paintings halte ich anschließend immer in Fotografien fest.


Manchmal werde ich gefragt, warum Bodypainting „so viel kostet“. Zum einen handelt es sich bei Bodypainting um spezielle Körperfarbe, die hautfreundlich, allergiegetestet und gut pigmentiert ist. Die Farbe an sich ist relativ teuer und so manches Farbschälchen mit 20 oder 25 Gramm kostet bis zu vierzig Euro. Und damit kommt man nicht sonderlich weit. Außerdem braucht es oftmals auch einiges an Zeit, ein Motiv auf Wunsch eines Kunden vorab zu entwerfen. Schließlich kommt noch die eigene Arbeitszeit hinzu, die bei einem Ganzkörpermotiv schon mal acht bis zwölf Stunden betragen kann. Darüber hinaus fotografiere ich die Werke auch noch und es gibt immer auch noch eine Nachbearbeitung der Bilder. Die auch noch einiges an Zeit beansprucht.


Obwohl ich Diplomkauffrau bin und es eigentlich besser weiß, bin ich ohne Startkapital aber mit einem guten Businessplan in die Selbständigkeit gegangen. Ich habe viel Zeit, viel Arbeit, viel Leidenschaft und Engagement in die Existenzgründung gesetzt. Es war nicht immer einfach, in jeder Hinsicht, trotzdem bereue ich diesen Schritt nicht. Besonders am Anfang war es finanziell ein großer Rückschritt von leitender Position als Diplomkauffrau in eine Selbständigkeit, bei der es heißt, Kunden zu akquirieren. Denn keine Kunden bedeutet keine Aufträge und auch keine Einnahmen. Je bekannter man wird und umso zufriedener die Kunden sind, desto mehr wendet sich aber auch hier wieder das Blatt, völlig unabhängig vom Geschäftsbereich.


Ich liebe es nun, selbständig zu sein und in so verschiedenen Bereichen arbeiten zu können. Routine kehrt nur selten ein. Natürlich ist es anstrengend und man arbeitet selbst und ständig. Aber ich arbeite für mich und meine Kunden. Und ich würde es immer wieder genauso machen und genau diesen Weg wieder gehen. Jede Entscheidung, die ich gefällt habe, ist mit dem Wissen zu dem Zeitpunkt der Entscheidung gefallen und somit richtig. Jeder Beruf, den ich ausgeführt habe, hat mir viel gebracht und viel Freude bereitet.


Das Leben bedeutet nie still zustehen und so wird es auch in Zukunft weitergehen. Ich hoffe, ich werde noch viel neues Lernen, neues entdecken, die Welt bereisen, Menschen kennen lernen und diese mit meinem Sport oder meiner Kunst glücklich machen. Und sie genauso dafür begeistern können, so wie ich davon begeistert bin.




Mehr zu Andrea Stern:

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Anstehende Termine und Locations für das Bodypaintingprojekt 2019

05.08.2019 >> Albrecht-Dürer-Haus – Kunst trifft Kunst
07.08.2019 >> Hesperidengärten – Barock lässt grüßen
13.08.2019 >> Fembohause – Barockvestibül & Venus
14.08.2019 >> Zeppelintribüne – Nürnberg ist bunt und vielfältig – gegen Rassismus
19.08.2019 >> Historische Felsengänge – Wenn die Wand mit Dir in der Urzeit spricht
20.08.2019 >> U-Bahn-Station Lorenzkirche – Gerade Linien versus bunt, knallig und auffällig
21.08.2019 >> Blick über den Dutzendteich zum Dokumentationszentrum – Natur und Gebäude
04.09.2019 >> Historischer Kunstbunker – Starke Geschichte

03.11.2019 >> DB-Museum – Es wird kaiserlich & gülden


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